Plagiate in akademischen Abschlussarbeiten: Wer sind die geschädigten Parteien? Eine Reflexion über das Spannungsverhältnis zwischen der Fahrlässigkeit von Universitäten und dem Abschlussrisiko für Studenten

Plagiate in der Wissenschaft sind keine Seltenheit mehr. Trotz eines Anstiegs der Plagiatsfälle in der Politik und Wirtschaft in den letzten Jahren ist die Hemmschwelle für Plagiate in wissenschaftlichen Abschlussarbeiten nicht unbedingt gesunken. Wenn ein Plagiatsfall entdeckt wird, sind jedoch nicht nur die Abschlüsse der Studierenden in Gefahr. Neben urheberrechtlichen Problemen für den studentischen Autor stehen auch die Hochschulen im Kreuzfeuer, denn Plagiate durch ihre Studierenden sind ebenfalls ein möglicher Indikator für einen Mangel an Lehre im wissenschaftlichen Arbeiten.

Plagiarism in academic theses: Who are the injured parties? A reflection upon the tension between the negligence of universities and the graduation risk for students

Plagiate beziehungsweise der Diebstahl des geistigen Eigentums einer anderen Person ist eine Betrugshandlung, die schwerwiegende Folgen nach sich ziehen kann. Allerdings wird die Ernsthaftigkeit eines solchen Vergehens häufig übersehen oder heruntergespielt. Der Diebstahl geistigen Eigentums kann nicht nur für die Person, die gegen die akademische Integrität verstößt, Folgen haben, sondern auch für weitere Parteien, welche oft vernachlässigt werden. Im Fortgang werden wir die wesentlichen Parteien, die in irgendeiner Weise im Falle eines Plagiats Schaden erleiden können, ins Auge fassen. Darüber hinaus werden wir uns die verschiedenen Arten von Problemen anschauen, die entstehen können, sowie die Möglichkeiten, um diese zu vermeiden.

Wer wird geschädigt?
Alarmierende globale Statistiken, die vom International Center for Academic Integrity erstellt wurden, zeigen eine deutliche Zunahme von Plagiaten in Schulen und Hochschulen weltweit. Fast 90% der Studierenden sind der Auffassung, es sei unwahrscheinlich, dass diejenigen, die in ihren Prüfungen oder schriftlichen Studienarbeiten betrügen, ernsthafte Folgen erleiden werden beziehungsweise, was noch schlimmer ist: sie glauben, dass sie niemals erwischt werden. Tatsächlich mögen sie da gar nicht mal so falsch liegen, denn global betrachtet gibt es immer noch eine große Zahl von Bildungsinstitutionen, die es versäumen, das Plagiatsproblem angemessen in Angriff zu nehmen, was das Absinken akademischer Aufrichtigkeit und Ethik nur begünstigt. In manchen Ländern werden Plagiate jedoch tatsächlich als eine strafbare Handlung angesehen, die sogar zu einer Gefängnisstrafe führen kann. 
Studierende, Akademiker, Wissenschaftler und selbst die Gesellschaft im Allgemeinen übersieht oftmals die Schwere der Folgen, die Plagiate mit sich bringen. Tatsächlich gehen sie weit über die für den Diebstahl des geistigen Eigentums Verantwortlichen hinaus und können auch dritte Parteien wie die akademischen Einrichtungen selber betreffen. Nachstehend werden wir einen Überblick über die Gruppen und Bereiche geben, die die Folgen von Plagiaten erleiden können. Die betreffenden Auswirkungen können je nach Art des Plagiats und je nach dem, wen es betrifft, unterschiedlich ausfallen. Studierende erleiden beispielsweise überwiegend persönliche Konsequenzen, während Hochschulen eher ethischen begegnen. Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens, die Urheberrechte verletzt haben, drohen berufsbezogene und/oder rechtliche Sanktionen. Dass die Konsequenzen sich ihrer Schwere nach unterscheiden, untergräbt allerdings nicht die Tatsache, dass ein Plagiat ein Verstoß gegen die akademische Integrität darstellt und unbedingt vermieden werden sollte.

Studierende 
Studierende sind wahrscheinlich die größte Personengruppe, die als Erste die Folgen eines Plagiats zu spüren bekommen. Auch wenn sie lieber den kurzfristigen Nutzen und unmittelbaren Gewinn wahrnehmen und die langfristigen Folgen einer möglichen Strafe vernachlässigen, können Studierenden je nach den Bestimmungen ihrer Bildungseinrichtung ernsthafte Strafen drohen. Wenn ein Studierender versehentlich ein Plagiat begangen hat, werden die meisten Hochschulen und Universitäten vermutlich die Note absenken oder ihn aufordern, an einem Workshop für wissenschaftliches Arbeiten teilzunehmen. Wenn die betreffende Person allerdings bewusst die Gedanken und Wörter anderer Autoren ohne Quellenangabe übernimmt, dann kann es sein, dass sie die Prüfungsleistung oder gar den gesamten Kurs nicht besteht. In manchen Fällen können auch Disziplinarmaßnahmen oder schlimmer noch: ein Hochschulverweis erfolgen. 

Die möglichen Gründe, warum Studierende die potenziellen Gefahren, selbst in Bezug auf ihre künftige berufliche Laufbahn, tendenziell ignorieren, sind zahlreich. Ein Grund sind der Stress und Druck, dem sie während ihres Studiums ausgesetzt sind. Bei so vielen Prüfungen und Fristen kann es für jemanden, der sich im ersten Jahr befindet, schwierig sein, seine Aufgaben zu priorisieren. In derartigen Situationen scheint es belanglos, einfach die Gedanken und Worte eines anderen zu übernehmen, um so schnell wie möglich ans Ziel zu kommen. Ein weiterer Grund, aus dem Studierende anfällig für Plagiate sind, ist der Wettbewerb, dem sie begegnen, sobald sie das Studium abschließen. Viele glauben, dass man für den Traumjob direkt nach dem Studium nicht nur einen akademichen Grad, sondern auch durchweg gute Ergebnisse vorweisen müsse. Wer bei einer schriftlichen Studienarbeit betrügt, wird unter Umständen eine gute Note erhalten, insbesondere wenn die Arbeit durch einen Ghostwriter verfasst wurde.

Zahlreiche Studierende verspüren die ständige Versuchung, zu plagiieren wegen des zunehmenden Drucks durch Fristen, aber auch aufgrund der Möglichkeit, es zu tun angesichts der großen Vielfalt von Informationen, die im Internet erhältlich sind. Bisweilen werden die Auswirkungen von Plagiaten erst später erlebt, zum Beispiel, wenn ein Absolvent, der es gewohnt ist, bei Prüfungen und schriftlichen Arbeiten zu betrügen, die Aufgabe an seiner Arbeitsstelle erhält, eigene Gedanken zu präsentieren, dann wird dies für ihn wesentlich schwieriger sein.

Hochschulen
Je mehr Studierende sich eines Plagiats schuldig machen, desto mehr werden Bildungseinrichtungen wegen ihrer Unfähigkeit kritisiert werden, einem derartigen unaufrichtigen Verhalten vorzubeugen. Die Konsequenzen von Plagiaten sind eine Bedrohung für die Wissenschaft, insofern Schulen, Hochschulen und Universitäten ihre Reputation aufs Spiel setzen. Letzteres geschieht, wenn ein Großteil der Studierenden beschließt, auf die eine oder andere Weise zu plagiieren und infolgedessen die von den betreffenden Bildungseinrichtungen angebotenen Abschlüsse entwerten. Neue Studieninteressierte werden sich wahrscheinkich nicht an einer Hochschule einschreiben, die einen schlechten Ruf besitzt. Neben der Hochschule selbst können auch Lehrkräfte und Betreuer ihres guten Rufs beraubt und als unprofessionell angesehen werden.

Wissenschaftler und die Öffentlichkeit
Wissenschaftliches Fehlverhalten gibt es schon lange. Die Integrität eines Forschungsprojekts oder einer wissenschaftlichen Arbeit kann leicht durch Plagiate oder die Fälschung von Daten zerstört werden. Letzteres besteht in bewusst falsch interpretierten oder gefälschten Informationen in einer wissenschafltichen Arbeit, was auf mehreren Ebenen einen negativen Einfluss auf Einzelpersonen oder Gruppen ausüben kann. 
Eine Ebene ist beispielsweise, wenn ein Forscher, dem wissenschaftliches Fehlverhalten vorgeworfen wurde, in der Konsequenz seinem Ruf schweren Schaden zufügt und seine Karriere ruiniert. Überdies schließen sich solche Personen von Beihilfen und finanziellen Förderungen jeder Art für künftige Forschungsprojekte aus. Eine weitere Ebene, die unterschieden werden kann, besteht darin, dass die betreffenden Forschungsarbeiten und Wissenschaftsbeiträge gegen ethische Standards und Prinzipien verstoßen und anstelle einer Erweiterung von Wissen tatsächlich disaströse Auswirkungen verursachen können, die in manchen Fällen sogar zum Tot von Personen führen können. Der Skandal um Andrew Wakefield ist ein gutes Beispiel dafür, wie eine gefälschte Arbeit mit dem spekulativen Ergebnis, ein MMR-Impfstoff könne zu Autismus führen, einen großen gesellschafltichen Einfluss haben kann, insofern Eltern die Impfung ihrer Kinder verweigern. Infolge der Arbeit von Wakefield fielen die Impfungsraten vor allem im Vereinigten Königreich und in den Vereinigten Staaten beträchtlich, was zahlreiche Kinder ansteckenden Krankheiten wie Masern, Mumps und Röteln, welche schwerwiegende gesundheitliche Schäden verusachen und sogar zum Tod führen können, aussetzte. Neben solchen tragischen Folgen kann wissenschaftliches Fehlverhalten mit sich bringen, dass das Vertrauen der Öffentlichkeit in akademische Berufe im Allgemeinen sinkt.

Verleger
Plagiate können nicht nur unter Studierenden oder Wissenschaftlern, sondern auch unter renommierten Autoren von Büchern, Artikeln, Romanen etc. vorkommen. Verschiedene Fälle aus der Geschichte können als lebhafte Beispiele dafür dienen, wie Autoren durch ethische Verstöße dem Verlagswesen geschadet haben. Solche Vorfälle schaden dem Ruf von Verlegern, da bei einem Plagiatsvorwurf der Verlag mit zur Verantwortung gezogen wird. Obwohl die meisten großen Verlage eine Plagiatserkennungssoftware nutzen, um die Originalität jedes Werks zu überprüfen, bevor es der Öffentlichkeit präsentiert wird, gibt es immer noch zahlreiche Unternehmen, die sich darauf verlassen, dass der Autor aufrichtig ist und die gegebenen Richtlinien einhält. In der Regel ist es für die Verlage am besten, das gefälschte oder plagiierte Werk zurückzuziehen und sich öffentlich zu entschuldigen, ohne zu viel Lärm zu erzeugen und die mediale Aufmerksamkeit auf sich zu lenken, die einen großen Skandal herbeiführen und den Ruf des Unternehmens zerstören könnte.

Die Wirtschaft 
Wie die obigen Beispiele zeigen, können Plagiate negative Konsequenzen für mehrere Gruppen haben. Der Diebstahl geistigen Eigentums kann allerdings auch in einem größeren Ausmaß Schaden hervorrufen und sogar der Wirtschaft eines Landes schaden. Insofern jedes Jahr zahlreiche neue Unternehmen auf den Markt kommen, steigt der Bedarf an Fachkräften entsprechend. Die meisten künftigen Arbeitgeber sind auf der Siche nach Kandidaten, die sachkompetent, motiviert, kreativ und hingebungsvoll sind. Absolventen, die sich während ihrer Studienjahre für den einfacheren Weg entschieden haben, insofern sie ihre Studienarbeiten plagiiert haben, sind aller Voraussicht nicht ausreichend imstande, eigene Gedanken zu entwickeln und werden möglicherweise wie im Studium auch bei der Arbeit faul und unaufrichtig sein. Hinzu kommt, wie bereits erwähnt, dass Studierende mit Plagiaten ihre Abschlüsse entwerten, was sich wiederum dahingehend auswirken kann, dass es den Absolventen an den nötigen Kompetenzen mangelt, etwa Problemlösungskompetenz und ein kritisches Denkvermögen. So kann es sein, dass immer mehr Unternehmen und Organisationen einen Mangel an Fachkräften erleben, die jedes Unternehmen benötigt, um zu erfolgreich zu sein.

Rechtliche Auswirkungen
Je nach dem, in welchem Land die Plagiatshandlung erfolgt ist, können Plagiatoren schwer dafür bestraft werden. Dies hängt in der Regel mit einem urheberrechtlichen Verstoß, genauer: einer Urheberrechtsverletzung zusammen. Letztere wird dadurch bestimmt, dass man das urheberrechtlich geschützte Werk einer anderen Person ohne dessen Zustimmung nutzt. Der Urheberrechts-Inhaber besitzt in der Regel die ausschließlichen Rechte an dem betreffenden Werk. Bei einer Urheberrechtsverletzung hat der Rechtsinhaber das Recht, den Plagiatoren, der seine Wörter oder Gedanken ohne Angabe verwendet hat, zu verklagen. 
Heute haben die meisten Länder das Urhebrrecht in ihr nationales Recht eingeführt. Allerdings unterscheiden sich die Folgen eines Verstoßes je nach nationalem Recht, wonach ein Akt des Dienstahl geistigen Eigentums verübt worden ist. Zum Beispiel kann laut amerikanischem Justizministerium ein Verstoß gegen Urheberrecht eine Geldstrafe von bis zu $ 250.000 und bis zu fünf Jahre Gefängnis zur Folge haben. In Deutschland sind die Geldstrafen deutlich niedriger und belaufen sich auf 25.000 EUR und einer Gefängnisstrafe von drei bis fünf Jahen je nach Plagiatsfall. Auch wenn es kein bestimmtes internationales Urheberrecht gibt, so werden durch das Welturheberrechtsabkommen sowie die Berner Konvention internationale Abkommen verwaltet, die kreative Arbeiten weltweit schützen. Dennoch sollten Autoren aufpassen, wie sie ihre Arbeit aufbauen und sich dabei an den Regeln und Richtlinien ihrer Hochschule, ihres Verlags oder Unternehmens halten.

Wie man Plagiate vermeidet
Zwar gibt es eine Menge an Informationen und Richtlinien darüber, wie man beim Verfassen einer wissenschaftlichen (Abschluss-) Arbeit ein Plagiat vermeidet, aber manche haben unter Umständen immer noch Schwierigkeiten damit, einen originären Text zu erstellen. Aus diesem Grund empfiehlt plagcheck.me, unsere Plagiatserkennungssoftware zu nutzen, die das Schreiben auch für Anfänger zu einer machbaren und interessanten Erfahrung machen wird. Da wir die neueste Technologie verwenden, sind wir in der Lage, all unseren Usern schnelle und zuverlässige Leistungen zu bieten. Unser Team aus Spezialisten hat hart dafür gearbeitet, um einen problemlosen Service zu einem fairen Preis bereitstellen zu können. Auf plagcheck.me wirst Du zudem nützliche Artikel  finden, die Dir dabei helfen werden, Dein Schreiben zu verbessern oder mehr über Plagiate als solche zu erfahren. Erstelle Dir ein Profil auf unserer Webseite und reiche Deine Arbeit noch heute ein! 
 


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